ÖVP-Schmidt: "Kombinierter Güterverkehr in Europa scheitert an absurden Vorschriften"

Sprachkenntnisse, Zugleitsysteme und andere Hürden. Tirol und Salzburg zahlen die Zeche. USA und China sind schon weiter.

Pressemeldung

Feb
02

"Die dringend nötige Verkehrswende im Güterverkehr bleibt seit Jahrzehnten aus, die Anwohner in Tirol und Salzburg bezahlen die Zeche. Der sogenannte kombinierte Güterverkehr scheitert an bürokratischen Hürden und Protektionismus", sagt Claudia Schmidt, Verkehrssprecherin der ÖVP im Europaparlament. Der Verkehrsausschuss hat das Thema diese Woche diskutiert.

"Die Liste der Probleme ist lang: Unterschiedliche Zugleitsysteme, Sprachregelungen für Lokführer, unzureichende Anschlussgleise und fehlende Terminals", zählt Schmidt auf. "Besonders absurd: Lokführer müssen die Sprache des Landes sprechen, durch das sie fahren, und Streckenkenntnis nachweisen. Würde man diese Regel auf den LKW-Verkehr umlegen, dann gäbe es keine zwei Millionen LKW-Fahrten mehr pro Jahr über den Brenner.

"Weil die Güterzüge nicht einfach freie Fahrt haben wie die Konkurrenz auf der Straße, sondern an Grenzen oft aufwendig den Bahnbetreiber und den Lokführer wechseln müssen, schaffen sie im Schnitt nur eine Geschwindigkeit von 18 km/h - manchmal noch weniger", bedauert Schmidt. "Das ist für moderne Lieferketten und Just-in-Time-Lieferungen unbrauchbar."

"Daher werden weit mehr als 50 Millionen Container jedes Jahr per LKW von und zu den Häfen gebracht, über die 75 Prozent des EU-Außenhandels gehen, statt einen Teil der Strecke per Zug zurückzulegen", sagt Schmidt. "So verstärken wir unsere geostrategische Abhängigkeit von Mineralölimporten und belasten die Umwelt und Gesundheit der Menschen an den Transitrouten."

"Wir müssen daher endlich einen Transportbinnenmarkt schaffen, bürokratische Hürden wie die Sprachvorschriften abschaffen und fairen Wettbewerb ermöglichen", fordert Schmidt. "Denn zum Vergleich: Die USA und China werden von europäischen Politikern häufig als Umweltsünder hingestellt. Doch beim kombinierten Güterverkehr haben sie die Nase vorne: In Europa werden weniger als 20 Prozent der Überland-Gütertransporte mit der Eisenbahn durchgeführt, in China fast 30 und in den USA mehr als 40 Prozent. Das liegt in erster Linie daran, dass weder China noch USA Binnengrenzen haben, bei denen europäische Schienentransporte oft durch den mühsamen Wechsel der Bahnbetreiber und Lokführer gebremst werden."

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Rückfragen:
Mag. Claudia Schmidt MEP, Tel.: +32 2 2845181 bzw. claudia.schmidt@ep.europa.eu