Auslastung der Kapazitäten von im Bau bzw. in der Planung befindlichen Bahnprojekten

Parlamentarische Anfrage

Nov
19

Mittwoch, 19. November 2014

Der derzeitige Trend im Schienengüterverkehr ist europaweit eher rückläufig. Auf dem Brenner-Korridor hat der Modal Split nach einer positiven Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2010 (der Anteil der Bahntransporte stieg von 23 % auf 36 %) zuletzt wieder stark abgenommen (2013 nur mehr 29 %). Derzeit verkehren am Brenner-Korridor am Querschnitt Grenze Deutschland-Österreich ca. 180 Züge täglich, und die Leistungsfähigkeit liegt bei etwa 220 Zügen/Tag. Der Auslegungsfall mit Brenner Basis Tunnel und Zulaufstrecken beträgt dort mehr als das Doppelte (484 Züge/Tag).

Wie kann sichergestellt werden, dass die im Bau bzw. in der Planung befindlichen Bahnstrecken und deren Kapazitäten in der Zukunft bestmöglich genutzt werden und der negative Trend umgekehrt wird?

Antwort von Frau Bulc im Namen der Kommission

Der Brennerkorridor ist ein zentraler grenzübergreifender Abschnitt des Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer. Er besteht aus dem neuen Brenner-Basistunnel und den Zulaufstrecken in Deutschland, Österreich und Italien.

Aus Schienenverkehrsberechnungen für den Skandinavien-Mittelmeer-Korridor bis 2030 geht ein hohes Schienenverkehrsaufkommen, vor allem auf dem Brennerkorridor, hervor. Hauptziel des Baus des Brenner-Basistunnels, der 2026 in Betrieb genommen werden soll, ist die Abfertigung dieses hohen Schienenverkehrsaufkommens.

Neben dem Bau neuer Infrastruktur muss jedoch auch ein Rahmen für politische Begleitmaßnahmen entwickelt werden. Diese flankierenden Maßnahmen könnten Bereiche wie den Umweltschutz, Querfinanzierungsmechanismen, die Internalisierung externer Kosten sowie beispielsweise die Besteuerung und Kraftstoffpreise betreffen. Die Verkehrsverlagerung auf die Schiene wird nur dann erfolgen, wenn der Aufbau einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur mit diesen flankierenden Maßnahmen einhergeht.