Preisunterschiede in einem gemeinsamen Binnenmarkt

Parlamentarische Anfrage

Dez
22

Montag, 22. Dezember 2014

Im Rahmen eines Preisvergleichs der Kammer für Arbeit und Angestellte für Tirol, bei dem die Preise von Drogerieartikeln in fünf Supermärkten in Innsbruck (A), Wien (A) und München (D) verglichen wurden, wurde festgestellt, dass es gravierende Preisunterschiede zwischen Österreich und Deutschland gibt.

Unter anderem wurden in verschiedenen Drogeriemärkten, welche sowohl in Österreich als auch in Deutschland Filialen betreiben, hohe Preisdifferenzen für dieselben Waren beobachtet. Ein Warenkorb mit 13 (stichprobenartig ausgewählten) Produkten kostete in München 22,07 Euro, in Innsbruck hingegen 33,03 Euro, also rund ein Drittel mehr. Bei einem anderen Drogeriemarkt ergab sich ein ähnliches Bild: Auch hier mussten für den identischen Warenkorb in Innsbruck 35,30 Euro, in München hingegen nur 21,20 Euro bezahlt werden.

Durch diese Preisunterschiede entstehen innerhalb des europäischen Binnenmarktes ein wirtschaftliches Ungleichgewicht und eine Wettbewerbsverzerrung.

Gibt es konkrete Pläne der Kommission, um in Zukunft diese Preisunterschiede innerhalb der EU im Sinne eines europäischen Binnenmarktes und eines fairen Wettbewerbs anzugleichen?

 

Antwort von Frau Bienkowska im Namen der Kommission

Der Preisvergleich Nr. 43/2014 der Kammer für Arbeit und Angestellte für Tirol umfasst 165 kosmetische Produkte aus den Bereichen Gesundheit (z. B. Körperpflegeprodukte), Schönheit und Reinigung. Supermärkte und Drogeriemärkte legen ihre Preise nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen fest. Die Kommission hat nicht die Absicht, in die Preisgestaltung einzelner Unternehmen einzugreifen. Die Kommission stellt Informationen über Preise zur Verfügung, die sowohl Interessenträgern als auch der Öffentlichkeit in den Mitgliedstaaten zugänglich sind. Die Verbraucherbarometer prüfen Preisunterschiede in den einzelnen Mitgliedstaaten bei einer breiten Palette von Verbrauchsgütern und Dienstleistungen sowie ihre Entwicklung im zeitlichen Verlauf. Darüber hinaus untersuchen sie, ob sich die Menschen die Waren und Dienstleistungen, die sie benötigen und erwerben möchten, in den einzelnen Mitgliedstaaten auch leisten können.